Keiner will dein Buch!

So lautet die oberste Regel, die man als Self Publisher verinnerlichen sollte. Genau genommen ist es keine Regel, vielmehr eine Tatsache.
Deutsche Autoren wie Emily Bold, Marah Woolf oder Michael Meisheit haben eindrucksvoll bewiesen, dass auch das Gegenteil der Fall sein kann. Meistens steckt hinter solchen Erfolgen harte Arbeit – zwar auch jede Menge Glück, aber eben auch Arbeit.
In die Richtung soll es ebenfalls für mich gehen. Dafür habe ich die letzten Wochen unermüdlich geackert, mich durch Social Networks geforscht, mir Grundzüge von HTML angeeignet, diverse Tipps aus Marketing-Ratgebern inhaliert, Foren durchforstet, Fragen gestellt, mit diversen Softwareprogrammen gehadert, gefühlte hundert neue Passwörter vergeben. Nicht zu vergessen, die eindrucksvolle Umfrage von Matthias Matting (Betreiber der Webseite: Die Self-Publisher-Bibel) unter deutschen Indie-Autoren

Man glaubt nicht, wie viel Zeit und Nerven einem das raubt. Manche sind der Meinung, Self Publishing bestehe aus drei Schritten: 1. Text schreiben, 2. Text per Knopfdruck auf Amazon laden und 3. zurücklehnen. So oder so ähnlich kann es laufen. Klar, geht alles. So oder so ähnlich kann man sich auch die Einfahrt pflastern lassen.

Jedenfalls wollte ich nicht völlig betriebsblind durch den Buchmarktdschungel tapsen und begann, mich für das Thema Self Publishing zu interessieren. Keinesfalls verteufle ich die Publikumsverlage. Im Gegenteil, her mit dem Vertrag! Dennoch sehe ich SP als Möglichkeit. Nicht mehr und nicht weniger. Wo viel Schatten ist, ist meist weiterer Schatten … aber auch so manches Licht. Vorerst werte ich Amazons KDP als Chance. Ob das in ein paar Monaten noch so ist? Es dürfen ausdrücklich Wetten abgeschlossen werden. Ich habe es selbst in der Hand. (Wie war das gleich mit Romantik und Erotik?)
Nach und nach reifte in mir die Überlegung, mein humoristisches High-Fantasy Manuskript in Eigenregie zu veröffentlichen. Nach ausgiebiger Recherche entschied ich mich für eine freie Lektorin, die im Genre zu Hause ist. Das hat seinen Preis, aber das ist mir die Sache wert. Keine Veröffentlichung ohne Lektorat! Die drittwichtigste Regel für Self Publisher.

Anschließend folgte das Cover. Erneut stöberte ich im Internet, diesmal auf der Suche nach einem passenden Designer. Ich bin sicher nicht der schlechteste Zeichner, habe früher sogar selbst Bilder am Computer entworfen. Heutzutage würde ich mich dennoch nie an einem eigenen Cover versuchen. Warum nicht? Andere machen das doch auch. Meine Antwort: Weil es dafür geschicktere Leute gibt und die Leser das dem Buch ansehen sollen.
Da es zum Titelbild einen extra Artikel geben wird, kürze ich das hier ab. Das Cover wurde von der wunderbaren Eva Schlosser alias Summerspring entworfen. Ihre Werke könnt ihr unter hier bestaunen.

Schließlich ging für mich die Arbeit ab da erst richtig los …

Hatte ich irgendwo erwähnt, dass mir seither die Zeit zum Schreiben fehlt? Da ich mich nicht mit wenig zufriedengebe, verfolgten mich in meinen Träumen u.a. diese Fragen:
Brauche ich eine ISBN? Was sind Distributoren? Und welcher ist der Beste für mich? Wie bekomme ich mein Manuskript ins MOBI-Format? Brauche ich ePub? Welche Maße muss mein Cover haben? Gibt es dabei Größenunterschiede zwischen eBook und Printversion? Brauche ich eine amerikanische Steuernummer? Welchen Verkaufspreis setze ich an? Sollte Titelschutz ein Thema für mich sein? Muss ich mich mit Schusterjungen und Hurenkindern herumärgern? Wo bekomme ich Bildmaterial für einen Buchtrailer her? Urheberrecht? Gesetzliche Immpressumspflicht? Was ist Social Bookmarking? E-mail Signatur? Gewinnspiel ja oder nein, oder doch lieber Leserunde?

Mittlerweile kenne ich die Antworten auf diese Fragen. Den Weg dahin beschreibe ich im nächsten Artikel. In diesem Sinne …

»Moment mal!«, wird der eine oder andere sagen. Richtig! Die zweitwichtigste Regel habe ich bisher unterschlagen. Schreib ein gutes Buch! Schreib ein gutes Buch! Schreib ein gutes Buch!e

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6 Gedanken zu “Keiner will dein Buch!

  1. Hallo,

    ja, das ist mal ein guter Titel! Er beschreibt genau die Situation, in der so Viele sitzen. Und dazu gehöre auch ich.
    Wer eigenständig denkt, sollte auch eigenständig handeln! Genau dazu macht dieser Artikel Mut. Vielen Dank.

  2. Hallo Nicholas!

    Ein sehr guter Blogpost, den ich so unterschreiben kann. Stecke gerade in der selben Situation und bin auch am schwimmen zwischen all dem Marketing-Zeugs und dem eigentlichen Schreiben :).

    Darf ich dir meine Linkliste anbieten? Da sind viele hilfreiche Seiten und Bücher verlinkt, mit denen du vielleicht ein paar Antworten mehr auf deine Fragen erhälst!
    http://doppelmondsaga.blogspot.de/2013/03/wichtige-links-fur-self-publisher.html

    Viel Erfolg noch!

    1. Danke! Die Linkliste ist eine tolle Empfehlung, die ich mir – wie den gesamten Blog – demnächst näher ansehen werde. AUf jeden Fall sagt mir der Name Doppelmondsaga etwas …

  3. Ein guter Artikel, wie ich finde. Er beschönigt nichts am Selfpublishing. Die Mär, man könne ohne große Arbeit, nur mit etwas Glück, schnell das ganz große Geld machen, ist eben das – eine Mär. Nur mit viel Arbeit lassen sich im SP-Bereich Erfolge erzielen, und selbst dann alles andere als sicher. Dennoch kann SP selbstverständlich eine Möglichkeit sein, als Autor Fuß zu fassen. Ich find’s auf jeden Fall gut, dass du deinem Buch Lektorat + professionelles Coverdesign gegönnt hast – die Leser werden es dir danken! 🙂

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