Buchtrailer Premiere und Leseprobe

Nur noch wenige Tage, dann wird mein Baby veröffentlicht! Mein eigenes eBook, mein Debüt! Ist jemand aufgeregter als ich?

Als Appetithappen gibt es an dieser Stelle die Premiere des Buchtrailers. Ich hoffe, er gefällt euch und macht neugierig.

Wem das nicht reicht, darf sich gern auf die Leseprobe stürzen …

Leseprobe

Es war dunkler, als Demor es erwartet hatte, und die nasskalte Luft trug nicht zur Verbesserung seines Hustenleidens bei.
Wo befand sich dieser verflixte Ausgang? Sein Erinnerungsvermögen schien sich nach und nach verabschiedet zu haben. Vermutlich hing es mit den zahlreichen Auferstehungen zusammen – ein weiterer Grund, etwas zu verändern.
Das Tunnelsystem, so souverän und kunstvoll es die Ka’ia auch errichtet hatten, wirkte fremd und endlos. Selbstverständlich, so sollte es ja auch sein. Allerdings hatten seine nichtsnutzigen Diener vergessen, Markierungen entlang des Weges einzukerben. Immerhin spielte Zeit in seinem Leben – meistens – eine untergeordnete Rolle.
Ein schweres Grollen erklang aus einem der Seitengänge.
Demor erzitterte.
Ist ja unheimlich. Er verwarf den Gedanken jedoch sofort und kicherte in sich hinein. In die Richtung des Geräusches durfte er nicht gehen. Das wäre der falsche Weg, der ihn direkt zu seinem liebevollen Haustier führte. – Aber was war der richtige Weg? Unsicher tastend ging er weiter und schaute verloren in die Gänge, die alle im Dunkeln endeten.
Ein Schaben drang an seinen Gehörgang und geistesgegenwärtig ließ er sich zu Boden plumpsen. Im selben Moment rauschte eine Klinge, so breit wie die Handfläche eines Riesen, über ihn hinweg.
Erneut hatte er eine dieser unzähligen Fallen ausgelöst. Fluchend wischte er sich den Schmutz von der Kleidung und setzte den eingeschlagenen Weg fort. Er befand sich ganz allein in diesem Labyrinth und nur vereinzelte Wassertropfen, die von der Decke fielen, begleiteten ihn mit ihrem Gesang.
Nach einer Biegung spähte er in die Finsternis des nächsten Gangs. Dicht an die Wand gedrängt tippelte eine Ratte auf ihn zu. Demor verharrte still, und als sie sich vor seinen Füßen befand, trat er zu. Das Fiepsen dauerte zu kurz, um es richtig wahrzunehmen. Nur der Schwanz ruderte noch einige Momente und sank endlich nieder.
Aber Demor war nicht umsonst Herr über Leben und Tod. Nach einem Zauberspruch rannte der wiedererweckte Nager unbeirrt weiter. An seinen Stab gelehnt spähte Demor ihm nach und rieb sich dabei vergnügt die Hände.
Doch im nächsten Moment beanspruchte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. Er hielt die Nasenhöhle nach oben und trotz des Mundschutzes konnte er es riechen: Ein leichter Brandgeruch lag in der Luft. Ein Schnaufen prallte von Wänden, Boden und Decke an sein Gehör. Um Gewissheit zu erlangen, schaute er genauer in den Gang. Ganz tief, an seinem Ende, wurde es heller. Deutlich heller – und es wuchs.
Demor schluckte einen kalten Klumpen hinunter, der seine Glieder mit einem eisigen Schauer überzog. Kein Wesen auf Fantastika fürchtete er, aber dieses, welches er selbst erschaffen hatte, war ihm gewissermaßen entglitten. Es war nicht die Angst, die ihn packte, vielmehr die Ehrfurcht vor seiner eigenen Kreation – dem fleischfressenden Stier. Um nichts in der Welt wollte er ihn zerstören, aber wer ihn sah, um den war es geschehen.
Noch bevor er die gelben Augen des Untiers erkannte, rannte Demor dorthin zurück, von wo er meinte, hergekommen zu sein. Doch die Gänge glichen einander wie Abbilder und so lief er planlos umher. Ein dumpfer Ausruf folgte ihm. Immer wieder blickte der Lich über seine Schulter. Zum Ausruhen blieb keine Zeit, der Stier hatte seine Witterung aufgenommen. Schon brauste das Untier mit donnerndem Getrampel und silbergrauen Flammen heran, die seinen Bullenkörper umgaben.
»Surrectio ocinius!«, plärrte Demor heiser im Lauf und alsbald erschienen hinter ihm fünf Skelette. Er beachtete sie nicht weiter, sondern forderte sie knapp auf: »Kämpft!« Wohl wissend, dass sie den gehörnten Gegner keineswegs aufhalten konnten.
Als gähnte ein Berg, ertönte ein Schrei und im selben Moment knackten die Glieder der Knochenkämpfer und polterten in Bruchstücken gegen Boden und Mauerwerk.
Er erreichte eine Einmündung. Das Labyrinth schien sich in der Unendlichkeit zu verlieren. Erneut drehte er sich um und sah, wie der gesenkte Kopf des Untiers heranfegte. Gewitterschwerer Dampf stob zu beiden Seiten der Nüstern. Er hastete weiter, wobei er ein kratzendes Drücken in seinem Brustkorb spürte. Doch vor Anstrengung gelang es ihm nicht einmal, abzuhusten.
Ein langer Tunnel erstreckte sich vor ihm und die Hufschläge trommelten beinahe auf seinem Rücken. Eilig schwang Demor herum und erwirkte einen violetten Nebel mit der Kraft der Lähmung, in der Hoffnung, durch den Spruch zumindest einen kleinen Vorsprung gewinnen zu können. Und tatsächlich, als der Nebelstoß den Stier traf, stockte dieser in der Bewegung. Selbst die Flammen um den Rumpf ruhten wie eingefroren.
Demor überlegte nicht lange, sondern hastete den Gang bis zum Ende, wo er sich in zwei Richtungen gabelte. Unentschlossen, welche die richtige war, wandte er sich nach links, nur um wenige Schritte später erneut vor einer Kreuzung zu stehen.
Im Hintergrund erwachte der Stier. Sein Schrei klang wie das erbitterte Urteil eines Kriegstreibers.
Demor schaute nach allen drei Richtungen. Als er den Fuß nach rechts setzen wollte, packte ihn jemand grob am Arm und zerrte ihn zurück.
»Bei den allmächtigen Gebeinen!«, schimpfte Demor und schlug barsch die grüne Pranke zur Seite, die ihn hielt.
Aus einem rot unterlaufenen Auge blickte ihn ein Ork an. Dort, wo ein zweites sein sollte, klaffte lediglich ein bräunlicher Wulst aus vernarbtem Gewebe.
Nach dem ersten Schock stieß Demor dem Schuft gegen die Brustrüstung, von welcher die linke Hälfte längst abgefallen war. Bei diesem Hieb rasselte das sich darunter befindende Kettenhemd, welches der Rost ebenfalls morsch gemacht hatte. »Was fällt dir ein, du unflätiger Kerl?«
Als hätte ein Keiler sprechen gelernt, antwortete der Ork mit »Darr!« und deutete auf die Stelle, wohin Demor zuvor beinahe getreten wäre. »Tiefes Loch mit Stacheln! Grube Euch töten.«
Jetzt, wo der Schuft mit der Fackel leuchtete, erkannte der Lich die totbringende Falle. »Glaubst du, das hätte ich nicht selbst gesehen?«, log Demor. »Wo kommst du überhaupt her?«
Seine letzten Worte wurden bereits von den Hufschlägen des Stiers geschluckt. Ein Wutschrei wälzte sich den Gang entlang und sendete eine Warnung aus. Das graue Leuchten preschte Stück für Stück näher.
»Ich hab da eine Idee!«, schrie Demor. »Du bleibst hier stehen und hältst den Stier auf! Ich werde mir aus sicherer Entfernung Gedanken über unsere Lage machen.«
Zu seinem Erstaunen wagte es der grünhäutige Koloss, mit dem Kopf zu schütteln. »Da rein! Uukra!«, sagte dieser stattdessen und schob die Gesteinswand zur Seite. Genauer gesagt öffnete er eine Geheimtür.
Die muss neu sein, dachte Demor, um im selben Moment mit dem Schuft darin zu verschwinden.
Die schwere Tür war kaum zugeschwungen, da donnerte draußen der Bulle vorbei und offenbar direkt in die Grube. Er gab ein letztes Dröhnen von sich, als wunderte er sich, wo seine Beute abgeblieben war.
»Braakach, sehr erbost!«
»Natürlich ist er das! Deswegen ist er da drin«, schimpfte Demor und besah seine Kleidung, ob alles perfekt saß. Anschließend klopfte er dem Ork mit seinem Stab auf den gehörnten Schüsselhelm. »Jetzt zu dir. Wer bist du eigentlich?«

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