Top100: Das Protokoll

Top100 angekündigt. Das was leicht. Von wegen! Der Weg bis hierher war vor allem mit Ernüchterung und Rückschlägen gepflastert. Und eigentlich müsste ich in diesem Moment so etwas wie Genugtuung spüren. Doch das liegt mir fern. Stattdessen sind es einfach unbeschreibliche Glücksgefühle, die ich derzeit durchlebe. Vor allem aber hat es das Buch verdient. Der Junge, der Glück brachte ist einzigartig in seiner Entstehung und einzigartig in seiner Geschichte.

Hier ein kleiner Rückblick auf die letzten Tage:

04.11.13 XXL-Leseprobe hochgeladen, um ein wenig Neugier bei Interessenten zu wecken und um zu sehen, ob KDP mit dem alten mobi-Format von Calibre funktioniert (Calibre muss dem Leser nichts sagen, das ist Technikkram. Ich bin da auch nicht sehr affin.). Dann hieß es bibbern.
Die XXL-Leseprobe lässt auf sich warten. Mehr als 12 Stunden. Das ist ungewöhnlich für Amazon. Später dann Verfügbarkeit in allen Shops, außer in Deutschland. Dort erscheint es mit Verspätung. Glück gehabt. Die Leseprobe funzt. Ein wichtiger Schritt.
Ich starte das begleitende „Was bedeutet Glück?“-Gewinnspiel zur Veröffentlichung auf meiner Facebook-Seite. Es gibt einen Kindle Reader und 5 Amazon-Gutscheine zu gewinnen. Es geht gemächlich los.

05.11.13 Immerhin 38 Leute laden sich die kostenlose Leseprobe auf ihren Reader. Ich kann es kaum noch erwarten, das komplette E-Book einzustellen. In meinem Kopf kreiseln letzte Fragen: Passt die Danksagung? Sitzt meine Frisur? Was antworte ich, wenn der Carlsen Verlag anklopft? Egal, ich konvertiere das E-Book in das Ausgangsformat.

06.11.13 Das Gewinnspiel entpuppt sich als Krake mit hunderten Armen. Es wird kommentiert und geteilt was das Zeug hält. So viel, dass ich selbst davon erschrocken bin.
Da ich KDP nicht traue, entschließe ich mich, das E-Book bereits am späten Abend hochzuladen, damit ich den Termin 8.11.13 sicher halten kann – strickt nach dem Motto: Irgendwas ist ja immer. Tatsächlich ist das Buch exakt 2 Stunden später bei allen Amazon-Shops erhältlich. Grandios, gleichzeitig befremdlich! Warum nicht gleich so?

08.11.13 Wahnsinn! Der Junge, der Glück brachte legt einen super Start hin. Die Resonanz der Leser und Daumendrücker ist größer als bei meinem Erstling. Das lässt hoffen. Bereits an den ersten beiden Tagen verkaufe ich genau so viele Exemplare wie von Demor nach einer Woche. Belohnung: Platz 250.

09.11.13 Das Buch sinkt in den Chart. Es sinkt und sinkt und sinkt. Die 1000er Grenze rückt bei jedem Update näher. Ich schiebe Panik. Warum will keiner dieses tolle Buch? Gehen wirklich nur noch Sex und Crime? Ich werde ungeduldig, zweifle einmal mehr, möchte am liebsten alles hinschmeißen.

10.11.13 Das Gewinnspiel ist beendet. 191x wurde es geteilt, mehr als 2500x das Bild mit dem Buchcover angeklickt und gesehen. Sechs Teilnehmer freuen sich über das glückliche Händchen der virtuellen Losfee.

11.11.13 Ursachenforschung. Alles wie am Anfang: „Keiner“ will mein Buch. Aber der Start war doch geglückt? Rücksprache mit dem xtme.de Betreiber. Eventuell ist der Klappentext am Anfang zu negativ formuliert und wirkt dadurch abschreckend. Auch die Kategorie „Märchen“ scheint unglücklich gewählt.
Ich starte eine Leserunde auf Lovelybooks. Es taucht gleich mehrfach die Frage nach einer Printausgabe auf. Ich vertröste, will nichts überstürzen.

12.11.13 Die Rubrik „Kunden kauften auch“ taucht bei Amazon unter dem Titel auf. Darauf habe ich gewartet. Vielleicht rettet mich das, bedeutet es schließlich, dass man gesehen wird.

12.11.13 Das E-Book klettert. Juhu! Jedes Update macht Freude. Vor der Nachtruhe steht Platz 210. Schön. Es wird ein schlaflose Nacht. Zu viele Gedanken, zu viele Zweifel. Weg vom Jugendbuch-Genre!, dröhnt es permanent in meinem Schädel.

13.11.13 Aufgewacht und Augen gerieben. Platz 133! Besser als Demor. Ein Miniminiminimalerfolg. Und nun? Platz 136, 134, 141, 140. Das Ende der Fahnenstange? Genau wie bei Demor? Um 17 Uhr dann Platz 100! Ich stiere geschockt auf den Monitor. Kann es nicht glauben. Ich schreie, trommle meine Familie zusammen. Wir springen zu viert auf und nieder. Freude pur. Erleichterung, keine Genugtuung. Es ist nicht greifbar.
Am Ende gehe ich mit Platz 95 und einem befreiendem Glücksgefühl ins Bett.

14.11.13 Ich schlafe so lala, frühstücke in Ruhe, lasse das Internet aus. Auf dem Weg zur Arbeit schaue ich dann doch nach. Platz 68! Ich beherrsche mich, innerlich tobt ein Freudenfeuerwerk. Es fühlt sich immer noch unwirklich an, trotzdem weiß ich, dass mir diesen „Erfolg“ niemand mehr nehmen kann.

Abends …

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Was noch kommt? Ich weiß es nicht. Die Zahl derer, die Immerheim entdecken, wächst. Es ist ein Glück.

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8 Gedanken zu “Top100: Das Protokoll

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