Wie man einen Bestseller macht

Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, wie man einen Bestseller macht. Vielleicht ein bisschen, aber ich würde nie eine Garantie abgeben. Ich bin Schriftsteller, kein Marketingprofi. Wenn jemand einen Rat will, dann bekommt er von mir zu hören, dass er das Schreibhandwerk lernen soll. Richtig lernen, nicht nur so tun als ob. Und danach soll er ein gutes Buch schreiben.
Daneben habe ich von den besten Self Publishern abgeschaut und viele richtige Entscheidungen getroffen. Und ich hatte Mut. Jedenfalls phasenweise …

Ein unbeschreibliches Gefühl! So unwirklich ...
Ein unbeschreibliches Gefühl! So unwirklich …

Schreib einen Thriller oder einen Liebesroman!
Wisst ihr, wie oft ich diesen Satz gehört und mir selbst aufgesagt habe?
Ich habe ihn gehasst. Er hat meine Produktivität lahmgelegt, er hat meine Laune in den Keller sinken und mich beinahe mit dem Schreiben aufhören lassen. Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Thriller oder Liebesromane, aber diese Lawine, die regelmäßig auf die vorderen Plätze der Amazon Charts zurollt, muss ja irgendwann mal versiegen. Nicht immer befinden sich wahre Perlen darunter.
Jedenfalls kann man mit einem Jugendbuch keinen Blumentopf gewinnen. Fantasy? Da wird man allenfalls müde belächelt. Trotz einer Literaturagentur als Partner wurden zwei meiner Manuskripte nicht an Verlage vermittelt, zwei weitere gar nicht erst angeboten, da für einen Fantasy-Debütanten keinerlei Chance bei den Publikumsverlagen besteht. (Und immer wenn ich das schreibe, meldet sich in der hinteren Reihe jemand, der das Gegenteil behauptet.)
Wisst ihr, wann das letzte mal ein Fantasy-Jugendbuch auf Platz 1 bei Amazon war? Anfang 2012.

Nun gut, meine Gedanken zum Self Publishing habe ich hier auf meinem Blog seit Juni dokumentiert. Klar, ich hatte ein Ziel und einen Plan – ich wollte in die Top100 und ich setzte mir als Limit drei Bücher. Dass es direkt beim zweiten Roman geklappt hat, grenzt allerdings an ein Wunder. Ich stehe ehrfürchtig vor diesem Erfolg und ein Stück weit ist mein Glaube zurückgekehrt, dass es sich lohnt gute Bücher zu schreiben. Ganz ehrlich, mit Blick auf die Charts hatte ich stellenweise Zweifel daran gehegt.
Für mich ist jeder Tag in den Top100 ein Geschenk. Inzwischen haben ich meine Kosten für die Veröffentlichung rein – und zwar für beide Bücher. Mit Zahlen möchte ich mich vorerst zurückhalten, doch mit heutigem Stand sind die Verkäufe meines kleinen Bestsellers zu vergleichen mit der Auflagenhöhe, wie sie ein Publikumsverlag in etwa als Startauflage für einen Debütautor veranschlagt. Meinen Brotjob kann und werde ich deswegen nicht an den Nagel hängen.
Wer wirklich wissen will, wie man einen Kindle Bestseller macht, geht auf die Seite von Michael Meisheit. Genau dort habe ich alles Wissenswerte gefunden. Dort wird man unter anderem das Wort Glück finden. Merkt ihr was? Es ist das Wort, das sowohl im Buchtitel von Der Junge, der Glück brachte als auch in meiner Geschichte eine Rolle spielt. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass der Glücksjunge mir Glück gebracht hat. Ein Manuskript, das bereits vor dem Aus stand. Eine solche Erfolgsstory plant man nicht, sie taugt bestenfalls für eine eigene Geschichte.
Ich selbst habe nie an einen derartigen Erfolg geglaubt. Jeden, der mir gesagt hat, das Ding wird weit vorn landen, habe ich für verrückt erklärt. Sorry, dafür muss ich mich jetzt entschuldigen!

Hammer!
Hammer!

Aber es ist so, wenn man immerzu hört: »Fantasy ist tot!«, dann glaubt man es irgendwann. Das führte bei mir dazu, dass ich im Oktober mein aktuelles Jugendbuch-Manuskript abgebrochen habe. Inzwischen kann ich Entwarnung geben: Ich schreibe seit einer Woche wieder daran. Mit so einer Nr. 1 im Rücken geht es plötzlich ganz leicht. Das ist eine unglaubliche Motivation.
Ich habe viel Feedback zu meinem Glücksjungen von begeisterten Lesern und von Autorenkollegen erhalten. Viele wünschen sich eine Printausgabe des Buches. Die wird es geben. Wann und in welcher Form ist derzeit nicht absehbar. Ich hoffe, dass mein Erfolg auch anderen Jugendbuch-Autoren Mut und Motivation schenkt. Wir brauchen nicht noch mehr Sex und Crime, wir brauchen Geschichten, die mehr erzählen.
Kann man einen solchen Erfolg wiederholen? Plötzlich glaube ich ganz fest daran und ich werde alles dafür tun. Eine Garantie kann ich dagegen nicht abgeben. Zu viele Faktoren müssen stimmen. In jedem Fall braucht es Glück.

Meine Facebook-Seite mit den schönsten Buchcovern von Self Publishern
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