10 Geheimnisse über Der Junge, der Glück brachte

Jeder Roman ist auch das Ergebnis unzähliger kleiner Geschichten, die nie erzählt werden, die aber dennoch irgendwie zwischen den Buchseiten stecken. Den überwiegenden Teil davon kennen nur der Autor, die handelnden Figuren und vielleicht ein paar Bekannte oder Verwandte. Manchmal möchte aber auch der Leser einen Blick hinter die Kulissen erhaschen, um noch ein Stück tiefer in ein Buch eintauchen zu können. Aus diesem Grund habe ich eine (Hit-)Liste mit zehn (hoffentlich) interessanten Fakten zusammengestellt.

Über die hier ausgeplauderten Geheimnisse lässt sich leichter reden, wenn man das Buch Der Junge, der Glück brachte kennt. Solltest du allerdings noch nie in Immerheim gewesen sein und du möchtest diesen Artikel trotzdem weiterlesen, dann kann ich dich beruhigen, es wird nicht gespoilert und keine Handlung verraten.

Platz 10
Autoren (einige jedenfalls) sind ja gelegentlich ziemlich chaotisch, sowohl in ihren Geschichten als auch bei ihren Aufzeichnungen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich mich mitunter nicht in meiner eigenen Zettelwirtschaft zurechtfinde. So geschehen bei der Katze Parzival, die ursprünglich einen halben Schwanz haben sollte. Inzwischen ist die Notiz wieder aufgetaucht – wenngleich zu spät.

Platz 9
Wie viele Zimmer hat eigentlich der Turm?
Es sind exakt zehn, rechnet man die Turmspitze nicht mit. Von unten nach oben gibt es: Empfangssaal, Lagerraum, Thronsaal, Privatgemach des Königs, Speisesaal, Waschraum, Antiquitätenzimmer, Bilderraum, Studierzimmer, Jeronimus´ Zimmer.
Und nein, die werden nicht alle in der Geschichte genannt, existieren aber so in meinen Aufzeichnungen.

Platz 8
Laut Befragung meiner Sicherungsdateien hatte ich am 12.11.2012 mit dem Schreiben des Manuskripts begonnen. Da ich mit Kapitel 1 vor dem Prolog angefangen hatte, klang der erste Satz damals noch so: Die Straßenbahn donnerte unten auf der Straße vorbei.

Platz 7
Lynette wohnt in Deutschland. Klar. Aber in welcher Stadt?
Erst kurz vor der Veröffentlichung des Romans, quasi während der Abschlusskontrolle, habe ich den bis dahin vorhandenen Stadtnamen entfernt, eben weil eine solch außergewöhnliche Geschichte an jedem Ort auf der Welt passieren kann.
Für die ganz Neugierigen verrate ich aber an dieser Stelle, aus welcher Stadt Lyn ursprünglich kommt: Es ist gizpieL.

Platz 6
Lynette denkt von sich, dass sie ein Gesicht wie ein Pfannkuchen hat. Ich finde, sie sieht perfekt aus, wie sie ist.

Platz 5
Anders als bei Lyn, deren Charakter vollständig in meinem Kopf entstanden ist, stolperte ich bei meinen Recherchen im Internet über ein Foto von einem Jungen und ich wusste sofort: Das könnte Jeronimus sein!
Frederick_Lau_300
Bei dem Bild handelt es sich um den (damals deutlich jüngeren) Schauspieler Frederick Lau, der u.a. in Verfilmungen wie Die Welle und Das fliegende Klassenzimmer mitgespielt hat. Und nein, die Rolle des Jeronimus wird er wohl nicht mehr übernehmen können.

Platz 4
Ursprünglich sollte das Buch, welches Lyn in der Geschichte liest, mit einem Märchen von drei Kristalleiern beginnen (Eine Zusammenfassung der Begegnungen mit Kali, dem Schneider und dem Mann im Gefängnis). In diesem Fall wäre Jeronimus nicht namentlich genannt worden und die Erzählsprache wäre ähnlich dem Prolog gewesen. Diese Idee verwarf ich jedoch, da ich dem Leser den Jungen von Anfang an als zweiten Protagonisten nahebringen wollte.

Platz 3
Red Bull hat zwei rote Stiere abgebildet, im Roman ist aber immer nur von einem die Rede. Und nein, das ist kein Fehler, sondern eine Vorsichtsmaßnahme des Autors vor irgendwelchen rechtlichen Ansprüchen des Getränkegiganten. 😉

Platz 2
Der Wanderer war im ursprünglichen Plot nie geplant. Im Gegenteil, der Mann im Gefängnis sollte der Unfallfahrer sein.
Erst bei der Friedhofszene begann ich umzudenken. Plötzlich stand da dieser ungehobelte Knochen mit dem Schlapphut vor meiner Tür und sagte: »Freundchen, ich habe keine Lust ein zweites Mal in dieses Kaff zu kommen. Du weißt, ich habe nur dieses Paar Stiefel. Als überlege dir gut, was du als Nächstes schreibst! Aye!« Dann ging er wortlos davon und ließ mich ratlos zurück.
Daraufhin hielt ich das mit dem Unfallfahrer nicht mehr für eine so gute Idee und strickte den Plot ein wenig um. Von da an tauchte der Kerl immer häufiger in Immerheim auf. Am Ende verlor ich komplett die Kontrolle über diesen Charakter. Ich schwöre es, ich weiß bis heute nicht, wo der Wanderer hergekommen ist. Aye!

Platz 1
22 Publikumsverlage wollten das Buch nicht. Das ist keine Schande und ich bin weder verbittert noch traurig darüber. Ich schreibe eben Geschichten, die nicht in die Verlagsschubladen passen. Ob das gut oder schlecht ist, das kann jeder selbst entscheiden. Immerhin war das Feedback der Lektoren überwiegend positiv. Und wer weiß, das Glück zeigt sich manchmal erst sehr viel später.

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4 Gedanken zu “10 Geheimnisse über Der Junge, der Glück brachte

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