Einmal Bestseller und zurück (Teil 1)

In wenigen Tagen hat mein Roman Glaslügen seinen ersten Monat nach Veröffentlichung auf dem Buckel. Zeit, ein vorsichtiges Fazit zu ziehen, das nicht wirklich zufriedenstellend ausfällt. Aber der Reihe nach …

Die Idee zur Glas-Trilogie spukte mir bereits Anfang 2013 im Kopf herum. Damals schrieb ich am Manuskript von Der Junge, der Glück brachte und hatte von meiner Literaturagentur zu verstehen bekommen, dass mir mit Fantasy vermutlich keinen Fuß mehr in die Verlagswelt gelingen würde.
Daraufhin entwickelte ich die Geschichte der Glas-Trilogie in Richtung Romantasy, einem Genre, wo man durchaus noch punkten kann. Allerdings stand für mich von Anfang an fest: Liebesgeschichte ja, klischeehafte Story nein.
Mittlerweile soll es ja schon eine Schablone für die ständig gleichklingenden Klappentexte zu den Mädchen-trifft-Junge-Romanen geben …
Aber zumindest war ich bereit, mich dem Mainstream anzunähern, entsprechend fiel der Plot zu Glaslügen aus. Damit wollte ich abermals mein Glück bei Verlagen versuchen. Aber ein anderes Glück kam mir in die Quere: der Erfolg von Der Junge, der Glück brachte.

Auf einmal stand ich da mit meinem fast fertigen Glaslügen-Manuskript, das so gar keine Gemeinsamkeiten mit meinem Nr. 1 Hit aufwies. Wie weiter?, stellte sich mir die Frage, da ich nicht wusste, was die Leser nach Der Junge, der Glück brachte von mir erwarteten. Und ich gebe es zu, einmal mehr wünschte ich mir, bei einem Verlag unter Vertrag zu sein, der mir beratend zur Seite steht.
Einerseits wäre es mir ohnehin nicht möglich gewesen, sofort eine ähnliche Geschichte wie den Glücksjungen zu schreiben, andererseits war ich vom Potenzial der Trilogie überzeugt und strebt somit eisern deren Veröffentlichung an. Ich war mir sicher, dass ich auch für den neuen Roman eine nicht unerhebliche Leserzahl begeistern würde. Zu dieser Prognose hatte ich schließlich allen Grund, denn ich hatte ja mittlerweile eine unglaubliche Anzahl an Büchern an den Mann bzw. die Frau gebracht.

In der Zwischenzeit wurde Der Junge, der Glück brachte zum Selbstläufer. Das Ganze bekam eine Eigendynamik, die mich förmlich überrollte. Neben ein paar unseriösen, aber auch einigen seriösen Interessensanfragen (u.a. von Agenturen/Verlagen aus Frankreich, Korea, Ungarn und der Türkei), kam auch noch der völlig überraschende 3. Platz beim Indie-Autor-Preis 2014 hinzu. Das war schon eine aufregende Zeit.
Allerdings bin ich auch extrem ehrgeizig, weshalb ich mich selten mit einem Zustand zufriedengebe. Das führte zwar dazu, dass ich mir zu keiner Zeit eingeredet hatte, es geschafft zu haben, aber so richtig genießen konnte ich den kleinen Bestseller-Erfolg auch nicht. Meine Frau erinnerte mich später daran, dass wir weder den 1. Platz in den E-Book-Charts, noch die Auszeichnung auf der Leipziger Buchmesse je richtig gefeiert hatten. Zwei Gläser Sekt waren die einzigen Highlights. Das ist eigentlich traurig.

Was meinen Messebesuch angeht, so bleibe ich mit gemischten Gefühlen zurück. Der Autoren@Leipzig Award war toll, zudem erinnere ich mich sehr gern an das ausführliche Gespräch mit Catherine Shepherd samt ihrem Mann (zwei sehr bodenständige Menschen) zurück, sowie an die Begegnung mit Nikola Hotel (deren Rabenblut mich wirklich beeindruckt hat). Daneben konnte ich Kontakte zu (Verlags-)Leuten knüpfen, denen ich sonst nie begegnet wäre. Aber gerade in diesem Zusammenhang gab es auch Schlüsselszenen, die mich regelrecht gefrustet haben. Teilweise hatte ich das Gefühl, als Fantasy-Autor wie ein Autor 2. Klasse behandelt zu werden. Kein Witz!
Nun gut, was die Veröffentlichung von Glaslügen anging, war ich dennoch recht euphorisch. Eine Verlagsveröffentlichung kam für mich – nach reiflicher Überlegung – nicht mehr in Betracht. Ich hatte endgültig die Nase voll von der Verlagsmaschinerie und glaubte, auch mit dem neuen Roman eine ordentliche Platzierung erzielen zu können. Dabei war mir bewusst, dass ich den Erfolg von Der Junge, der Glück brachte niemals wiederholen könnte. Doch auch wenn ich das Ziel diesmal nicht auf meinem Blog vorgegeben hatte, so wollte ich doch wenigstens in den Top100 Kindle Charts landen. Das hat ja dann auch funktioniert …

Weiter geht es mit Teil 2!

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