Einmal Bestseller und zurück (Teil 3)

Ohne Umschweife geht es weiter mit dem 3. Teil des Erfahrungsberichts zur Veröffentlichung von Glaslügen.

Warum konnte Glaslügen nicht im Geringsten vom Erfolg von Der Junge, der Glück brachte profitieren? Abschließend werde ich die Frage nicht beantworten können, vielmehr stützen sich meine Begründungen auf wage Theorien.

1. Der Junge, der Glück brachte ist ein besonderes Buch, bei dem ich alles richtig gemacht habe. Dabei ging der Start eigentlich sehr viel schleppender vonstatten, Anklang fand es erst nach und nach. Ich hatte das Glück, in die Top100 reinzurutschen, von wo aus sich der Titel wie ein Lauffeuer auf den Readern verbreitete. Hierfür war Mundpropaganda von begeisterten Lesern entscheidend. Bei Glaslügen gelang mir das Kunststück einfach nicht.
2. Die Leser von Der Junge, der Glück brachte sind nicht die gleichen wie von Glaslügen. Das ist fatal, wenn man sich einen Autorennamen aufbauen will. Bereits Demor – Einfach großartig bedient ein völlig anderes Publikum, aber Vielseitigkeit ist im Literaturgeschäft gerade für einen Neuling eher Nach- als Vorteil.
3. Der Fluch der Serie. Leser sind vorsichtig bei einem 1. Teil. Das war mir im Vorfeld bewusst, allerdings sind die Vorbehalte gegenüber einem Serienauftakt offensichtlich noch ein ganzes Stück größer als von mir angenommen. Das hatte ich deutlich unterschätzt.
4. Cover, Klappentext, Handlung – alles zu ausgefallen. Im 1. Teil dieses Artikels schrieb ich was von Mainstream. Diesen Zug habe ich (wieder einmal) eindeutig verpasst. Das ist leider meine Nemesis. Sie lässt mich selbst verzweifeln, denn mit anspruchslosen, klischeetriefenden Storys kommt man schneller zum Erfolg – auch finanziell.

Der letzte Punkt war letztlich auch der Grund, weshalb ich nie bei einem Verlag untergekommen bin, der letzte Punkt wird es sein, weshalb andere die Plätze an der Sonne besetzen und ich für die Nische schreibe. Das ist okay, wenn man sich darauf einstellt.
Inzwischen habe ich ausreichend Erfahrung mit Self Publishing, aber nach drei Titeln bin ich immer noch zwiegespalten. Das hat mehrere Gründe, vor allem hängt das sicher auch damit zusammen, dass ich neben dem Schreiben einen Vollzeitjob habe, den ich gern mache. Auf Dauer werde ich nicht mit dem Output anderer Self Publisher mithalten können. Das ist es aber, was in dem Geschäft zählt: Quantität statt Qualität.
Auch wenn Self Publishing vielmals als das Heil für alle gepredigt wird, so kommen auf jeden Gewinner unzählige Verlierer. Zudem halte ich das Textniveau der publizierten Titel eher für sinkend. Denn selbst das, was sich in den Top20 von Amazon tummelt, ist in meinen Augen oftmals nicht »druckreif«. Aber das mag jeder sehen, wie er möchte, die Aussage spiegelt nur meine persönliche Einschätzung wieder. Keinesfalls gebe ich Amazon dafür die Schuld. Sprachliche Entwicklung hat zu allen Zeiten stattgefunden.

Momentan weiß ich nicht, wie meine Zukunft als Fantasy-Autor aussehen wird. Wieder einmal stehe ich ein wenig ratlos da. Am Self Publishing führt mittlerweile kein Weg mehr vorbei, wenn man veröffentlichen und gelesen werden will. Eines ist nämlich Fakt: Ohne Amazons KDP hätte es Der Junge, der Glück brachte nie gegeben. Und das ist das Bizarre an der Geschichte.

Für 2014 habe ich noch große Pläne, dabei warten ein paar Überraschungen auf meine treuen Leser. Mitte des Jahres wird mein All Age Piratenabenteuer erscheinen. Man ahnt es schon: ein Liebhaberprojekt, von dem ich mir nicht viel erhoffe. Es ist einfach zu skurril.
Vorher veranstalte ich mehrere Gewinnspiele, bei denen es etwas wirklich Individuelles zu gewinnen gibt. Leser/innen auf meiner Mailingliste dürfen sich dabei auf Extragewinnchancen freuen.
In der zweiten Jahreshälfte erscheint Nimmermärchen 2, eine Märchensammlung für kranke Kinder. Es handelt sich um ein Non-Profit-Projekt, zu dem ich eine Kurzgeschichte beigesteuert habe und welches mir sehr am Herzen liegt.
Zudem plane ich für September eine einmalige Aktion, bei der ich selbst unsicher bin, ob ich mich vollständig blamiere oder als Genie aus der Nummer herauskomme.
Wie versprochen, wird es Ende des Jahres eine weitere Romanveröffentlichung geben.

Es bleibt also spannend und ich freue mich auf das Kommende!

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8 Gedanken zu “Einmal Bestseller und zurück (Teil 3)

  1. In einigen Punkten hast Du sicher zu 100% Recht, insbesondere, wenn es um die sprachliche Qualität einiger Chartstürmer geht!
    Eine weitere Schwierigkeit sehe ich darin, ohne Verlag in die Buchhandlungen zu kommen. Über CreateSpace ist da wohl kein Vorankommen aufgrund der (vielleicht sogar berechtigten?) Haltung der Buchhandlungen.
    Und der eBook.Markt scheint mir sehr flatterhaftes Glück zu bescheren, zumal jede Woche eBooks für einen wahren Schleuderpreis über den virtuellen Tresen gehen.
    Geiz ist geil ist noch immer die deutsche Devise – das Ergebnis ist fast programmiert.

    Anyway: Immer einmal mehr aufstehen als hinzufallen! 😉

    Viele Grüße,
    Volker

  2. Klingt ziemlich desillusioniert der Beitrag und auch irgendwie etwas deprimiert. Bloß nicht aufgeben,der Weg nach oben war schon immer steinig,gelle? 😉
    Ich hoffe doch das es trotz allem die weiteren Teile von Glaslügen geben wird! Vielleicht sollte man die Altersangabe der Leserzielgruppe bei Glaslügen ändern,denn so wie es da bei Amazon steht wirkt es eher wie ein ausschließliches Jugendbuch und das ist es in meinen Augen nicht.
    Hätte ich nicht vorher den Jungen der Glück brachte gelesen,hätte ich in diesem Fall auf Grund der Altersangabe vermutlich nicht zugegriffen.

    Viel Erfolg für die Zukunft und nie den Mut verlieren!

    LG Christine

    1. Vielen Dank für deinen Beitrag! Das freut mich sehr.
      Was die Altersangabe angeht, habe ich mir beim Glücksjungen einige negative Rezensionen eingefangen, weil das Lesealter angeblich nicht eindeutig genug angegeben war. Diesem Problrm wollte ich diesmal aus dem Weg gehen. Ich bin ratlos, wie ich es richtig machen sollte.
      Ich gebe dir aber recht, auch das könnte eine Ursache sein.

      1. Sicherlich nicht leicht zu lösen. Vielleicht kann man es machen wie bei Gesellschaftsspielen, falls diese Art der Spiele noch bekannt sind. 😉 Altersangabe 15-99 Jahre,so in der Art?
        Allen wird man es nie Recht machen können,irgendwer wird immer etwas negatives zu schreiben wissen. Ich habe auch schon hochgelobte Bücher gelesen und war hinterher maßlos enttäuscht. Geschmäcker und Meinungen sind nunmal verschieden und das ist ja auch gut so und manchmal helfen negative Rezessionen,sofern sie denn sachlich geschrieben wurden,bei der eigenen Weiterentwicklung.

      2. Gesellschaftsspiele kommen in meiner Familie wahrscheinlich nicht außer Mode, ich habe zwei kleine Kinder. Sogar das gute alte „Mensch ärgere dich nicht“ ist ein Dauerbrenner bei uns. 😉
        Ja, eventuell wäre eine solche Altersangabe eine Möglichkeit, ich denke darüber nach.
        Was du zu du Rezensionen schreibst, stimmt wohl. Allen kann man es nicht recht machen, aber ich versuche es zumindest.

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